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KOMPETENZZENTRUM

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Druckfestigkeit von Beton prüfen

Prüfung an Würfeln, Zylindern und Bohrkernen nach DIN EN 12390-3 und DIN EN 12504-1, Bewertung der Festigkeit im Bauwerk nach DIN EN 13791 in Verbindung mit DIN EN 13791/A20.

Wozu die Prüfung dient

Die Druckfestigkeit ist die zentrale Kenngröße für Qualität und Tragfähigkeit von Beton. Geprüft wird sie an Probekörpern, die beim Betonieren hergestellt werden, und an Bohrkernen aus dem fertigen Bauteil, etwa bei Zweifeln an der gelieferten Qualität, bei Schäden, bei Umbauten im Bestand oder in Streitfällen.

Prüfverfahren und Normen

Probekörper werden nach DIN EN 12390-2 hergestellt und gelagert, nach DIN EN 12390-3 geprüft; die Rohdichte wird nach DIN EN 12390-7 bestimmt. Bohrkerne werden nach DIN EN 12504-1 entnommen, vorbereitet und geprüft. Die Bewertung der Druckfestigkeit im Bauwerk erfolgt nach DIN EN 13791 in Verbindung mit DIN EN 13791/A20; darauf verweist auch DIN 1045-2.

  • bei Bohrkernen und Zylindern Sägen und Schleifen der Druckflächen, bei Würfeln Kontrolle von Maßen und Ebenheit
  • Bestimmung der Rohdichte vor der Prüfung
  • Druckprüfung bis zum Bruch mit festgelegter Belastungsgeschwindigkeit
  • Berechnung der Druckfestigkeit mit Angabe von Lagerungsart und Prüfalter

Würfel werden in Deutschland in der Regel trocken gelagert (DIN EN 12390-2, Anhang NA.2). Der Wert darf nach DIN 1045-2 auf die Referenzlagerung umgerechnet werden, bei Normalbeton bis C50/60 mit dem Faktor 0,92, ab C55/67 mit 0,95. Diese Umrechnung gilt nur für Würfel, nicht für Bohrkerne.

Druckfestigkeitsklassen nach DIN 1045-2 (Auszug)

Klassecharakteristische Mindestdruckfestigkeit Zylinder
fck,cyl [N/mm²]
charakteristische Mindestdruckfestigkeit Würfel
fck,cube [N/mm²]
C16/201620
C20/252025
C25/302530
C30/373037
C35/453545
C40/504050

Bezug: 28 Tage, Zylinder 150/300 mm, Würfel 150 mm. DIN 1045-2 enthält den Text von DIN EN 206.

Die Werte sind charakteristische Mindestdruckfestigkeiten, keine Einzelmesswerte. Der Betonhersteller weist die Konformität mit Kriterien für Mittel- und Einzelwerte nach DIN 1045-2 nach; bei der Annahmeprüfung auf der Baustelle nach DIN 1045-3 wird jedes einzelne Ergebnis beurteilt. Am Bohrkern ermittelte Festigkeiten liegen planmäßig unter den Werten separat hergestellter Probekörper; DIN EN 13791/A20 berücksichtigt das bei der Bewertung. Ein Bohrkernwert ist deshalb nicht unmittelbar mit dieser Tabelle vergleichbar.

Ablauf

  1. Planung: Anzahl und Lage der Bohrkerne werden vorab nach DIN EN 13791/A20 festgelegt. Wenige Kerne ergeben Einzelbefunde, aber keine charakteristische Bauwerksfestigkeit.
  2. Entnahme: Bohrkernentnahme durch uns vor Ort, bundesweit, nach DIN EN 12504-1, nach Ortung der Bewehrung und Freigabe der Entnahmestellen durch Eigentümer und Tragwerksplaner; oder Herstellung von Probekörpern.
  3. Vorbereitung: Zuschnitt und Vorbereitung der Druckflächen im Labor.
  4. Prüfung: Druckprüfung bis zum Bruch, mit Bestimmung der Rohdichte.
  5. Auswertung und Prüfbericht: Druckfestigkeit; bei ausreichender Kernanzahl Bewertung der Bauwerksfestigkeit nach DIN EN 13791/A20.

Der Prüfbericht

  • Probenahme beziehungsweise Bohrkernentnahme: Ort, Datum, Bauteil, Bohrrichtung
  • Abmessungen, bei Bohrkernen Durchmesser und Verhältnis Länge zu Durchmesser
  • Rohdichte, Lagerungsart beziehungsweise Feuchtezustand bei der Prüfung, Prüfalter
  • angeschnittene Bewehrung, Bruchbild
  • Bruchlast und Druckfestigkeit; bei Bohrkernen Bewertung nach DIN EN 13791/A20, sofern beauftragt und die Kernanzahl ausreicht
  • angewandte Prüfnormen und Abweichungen davon

Für wen wir prüfen

Die Prüfungen dienen der Bewertung von Bestandsbauteilen, Gutachten und Streitfällen sowie Aufträgen von Bauherren, Planern, Bauunternehmen und Anwälten.

Estrich

Für Estriche gilt ein eigenes Verfahren, die Bestätigungsprüfung nach DIN 18560: bei Estrich auf Dämmschicht Biegezugfestigkeit an ausgesägten Platten, bei Verbundestrich über 40 mm Druckfestigkeit an Bohrkernen. Bewertet wird gegen die Klasse nach DIN EN 13813, nicht gegen Betonfestigkeitsklassen.

Häufige Fragen

Probekörper oder Bohrkerne werden im Labor bis zum Bruch belastet. Aus Bruchlast und Querschnittsfläche ergibt sich die Druckfestigkeit.

Druckfestigkeitsprüfung anfragen

Bohrkernentnahme oder Laborprüfung: sprechen Sie uns an.