CM-MESSUNG UND BELEGREIFE
Feuchtegehalt im Estrich bestimmen, bevor der Bodenbelag verlegt wird
Die CM-Messung (Calciumcarbid-Verfahren) ist das Verfahren, mit dem der Feuchtegehalt von Estrich vor Ort bestimmt wird. Wir führen die Messung unmittelbar nach der Probenahme am Objekt durch, bewerten das Ergebnis nach Estrichart, Beheizung und Belagsaufbau und dokumentieren es in einem Prüfprotokoll.
Warum die Belegreife geprüft werden muss
Ein zu früh belegter Estrich ist eine häufige Ursache für Belagsschäden. Feuchte, die nach dem Verlegen nicht mehr entweichen kann, führt zu Blasen, Ablösungen, Verformungen und Schimmel unter dem Belag. Bei Calciumsulfatestrichen greift eingeschlossene Feuchte zusätzlich das Gefüge an; der Estrich verliert Festigkeit.
Belegreife und Begehbarkeit sind zwei verschiedene Dinge. Ein Estrich kann begehbar und trotzdem nicht belegreif sein. Trocknungszeiten sind Planungswerte: Die Faustformel „eine Woche je Zentimeter Estrichdicke“ gilt nur für dünne Estriche unter günstigen Bedingungen und ist kein Nachweis. Maßgeblich ist das Messergebnis.
Die Prüfung des Untergrunds gehört zur Prüf- und Hinweispflicht des belegenden Gewerks. Diese Pflicht bleibt durch eine Messung Dritter unberührt. Wer die Messung zusätzlich unabhängig durchführen lässt, hat im Streitfall einen Nachweis, der nicht vom Ausführenden selbst stammt.
Unsere Leistung im Überblick
- Abstimmung von Anzahl und Lage der Messstellen mit dem Auftraggeber
- Probenahme über den gesamten Estrichquerschnitt; bei Estrichen unter Parkett aus der unteren Hälfte
- Feuchtebestimmung nach der CM-Methode vor Ort, unmittelbar nach der Probenahme
- Bewertung nach den Fachregeln der Verbände je Estrichart, Beheizung und Belagsaufbau; strengere Herstellervorgaben gehen vor
- Prüfprotokoll mit Messstellen, gemessener Estrichdicke, Feuchtegehalt, angesetztem Grenzwert, Bewertung und Lageskizze
- Fotodokumentation je Messstelle als Anlage
- Verschluss der Probenahmeöffnungen mit schnell erhärtendem Reparaturmörtel
- Auf Wunsch ergänzend die gravimetrische Feuchtebestimmung (Darrverfahren), etwa für Feuchteprofile über die Tiefe, für Beton oder für Magnesiaestrich
Ablauf der CM-Messung in sechs Schritten

- Probenahme: Estrich mit Hammer und Meißel bis zur Dämmschicht öffnen, Durchschnittsprobe über den gesamten Querschnitt entnehmen, sofort in den PE-Beutel. Die Gesteinskörnung bleibt in der Probe.
- Zerkleinern: Im PE-Beutel mit dem Hammer auf ca. 5 bis 10 mm (etwa erbsengroß) vorbrechen, nicht pulverisieren. In einen zweiten Beutel umfüllen und homogenisieren. Zügig, ohne Zugluft und Sonne.
- Einwaage: Nach Estrichart: Zementestrich 50 g, Calciumsulfatestrich 100 g, jeweils mit passender Manometerskala. Auf 0,1 g genau. Handschuhe und Schutzbrille.
- Befüllen: Probe, alle Stahlkugeln des Geräts und die Calciumcarbid-Ampulle in die schräg gehaltene Flasche, Manometerkopf sofort dicht aufschrauben. Ampulle zerbrochen: neu beginnen.
- Reaktion: 2 Minuten kräftig schütteln, nach 5 Minuten eine weitere Minute. Die Kugeln zerschlagen die Ampulle und schließen das Bindemittel vollständig auf.
- Ablesen: Genau 10 Minuten nach dem Verschließen aufschütteln und sofort ablesen, nicht später: Bei Calciumsulfatestrich treibt sonst freigesetztes Kristallwasser den Wert hoch.
Ergebnis ist der Feuchtegehalt in CM-Prozent. Liegt er über dem Grenzwert für Estrichart und Belag, ist der Estrich nicht belegreif. Der Grenzwert ist notwendig, aber nicht allein hinreichend.
Grenzwerte für die Belegreife
Der zulässige Feuchtegehalt hängt von der Estrichart ab und davon, ob der Estrich beheizt ist. Werte nach den Fachregeln der Verbände:
| Estrichart | Einwaage | unbeheizt | beheizt |
|---|---|---|---|
| Zementestrich (CT) | 50 g | ≤ 2,0 CM-% | ≤ 1,8 CM-% |
| Calciumsulfatestrich (CA, CAF, Anhydrit) | 100 g | ≤ 0,5 CM-% | ≤ 0,3 CM-% |
| Magnesiaestrich (MA) | entfällt | nicht mit CM messbar | nicht mit CM messbar |
Strengere Vorgaben des Belags- und Klebstoffherstellers gehen vor und sind vom Verleger zu prüfen. Bei Magnesiaestrich ist die CM-Messung nicht geeignet: Der Feuchtegehalt wird nach dem Darrverfahren bestimmt.
Bewertung des Messwerts
Die CM-Messung streut verfahrensbedingt bis etwa 10 Prozent relativ. Deshalb bewerten wir jeden Messwert in drei Stufen:
- EINGEHALTENMesswert liegt auf oder unter dem Grenzwert
- GRENZNAHbis 0,2 CM-Prozent unter dem Grenzwert
- ÜBERSCHRITTENMesswert liegt über dem Grenzwert
Belegreife nach Belagsart
In der Praxis richtet sich die Bewertung nach Belagsart, weil Fachverbände und Hersteller je Belag eigene Regelwerke haben:
| Belag | Bewertungsgrundlage in der Praxis | Hinweis |
|---|---|---|
| Parkett, Holzpflaster | Merkblätter der Parkettverbände, Klebstoffhersteller | Probe aus der unteren Hälfte des Querschnitts |
| Elastische Beläge (PVC, Linoleum, Kautschuk) | BEB-Hinweisblatt, TKB-Merkblatt, Klebstoffhersteller | Herstellervorgaben häufig strenger |
| Fliesen und Platten im Dünnbett | ZDB-Merkblatt, Mörtelhersteller | Vorgaben des Mörtelherstellers beachten |
| Beschichtungen, Versiegelungen | Beschichtungshersteller | Meist strenger als die Fachregeln |
| Textile Beläge | BEB-Hinweisblatt, Klebstoffhersteller | Diffusionsoffene Verklebung beachten |
Das Prüfprotokoll
Das Prüfprotokoll ist der eigentliche Nachweis. Es dokumentiert den Feuchtegehalt zum Prüfzeitpunkt und ist keine Freigabe der Fläche: Festigkeit, Ebenheit, Risse, Oberfläche und die Herstellervorgaben prüft der Verleger.

Was im Prüfprotokoll steht
- Protokollnummer, Messtermin und Prüfstelle
- Auftraggeber, Bauvorhaben und geprüfte Räume
- Estrichart, Nenndicke, Konstruktion und Estrichalter nach Angabe des Auftraggebers
- Vorgesehener Belag nach Angabe des Auftraggebers
- Raumklima zum Messtermin: Raumluft, relative Luftfeuchte, Estrichoberfläche
- Verfahren und Gerät, Gerätenummer, Datum der Manometerprüfung und Ampullencharge
- Probenahme, Aufbereitung, Einwaage und Reaktionsablauf
- Je Messstelle: Lage mit zwei Wandabständen, gemessene Estrichdicke, Feuchtegehalt und Bewertung gegen den Grenzwert
- Bewertung, Empfehlung und Lageskizze der Messstellen
- Hinweise zum Geltungsbereich und Fotodokumentation als Anlage
- Ausstellungsdatum, Name in Druckschrift, Unterschrift und Stempel
Häufige Fragen zur CM-Messung
Wenn der Feuchtegehalt den Grenzwert einhält, der für Estrichart, Beheizung und die vereinbarte Bewertungsgrundlage gilt. Belegreife ist nicht Begehbarkeit; ein Estrich kann begehbar sein, ohne belegreif zu sein. Der Grenzwert ist notwendig, aber nicht allein hinreichend: Festigkeit, Ebenheit, Risse und Oberfläche prüft der Verleger zusätzlich.
Unabhängig geprüft
EBB Kompetenzzentrum, Institut für Estrich, Beton und Belag. Privates Prüflabor, Inhaber Marco Serra, Nürnberg.
Das Prüflabor führt an Objekten, die es prüft, keine Estrich- oder Belagsarbeiten aus und ist an deren Ausführung nicht beteiligt. Mögliche Interessenkonflikte werden vor Auftragsannahme geprüft.
Das Labor vertritt keine wirtschaftlichen Interessen von Herstellern, Bauunternehmen oder Auftraggebern.
Messergebnisse werden anhand technischer Fakten, geltender Regelwerke und der Gegebenheiten vor Ort bewertet. Prüfungen und Bewertungen werden deutschlandweit durchgeführt.
ESTRICH PRÜFEN LASSEN
CM-Messung vor Ort, Bewertung und Prüfprotokoll, unabhängig und nachvollziehbar